Lena — Die exklusive* Konzertbesprechung

Montag, 15. April 2013 von Lukas

Vor zwei Jahren: Westfalenhalle, deutlich nicht ausverkauft. Vor der Tür ein Promo-LKW von Opel und Menschen, die Eintrittskarten verschenken. Heute: FZW, auch nicht ganz ausverkauft, aber deutlich besser gefüllt. Im Vorraum ein einfacher Merchstand, der CDs, T-Shirts und Tassen verkauft. Es könnte ein ganz normales Konzert sein.

Unter anderem hier, wo sonst Bands wie Soundgarden, New Model Army und kettcar auf der Bühne stehen (zugegebenermaßen aber auch solche wie Mrs. Greenbird und Silly), will Lena Meyer-Landrut die zweite Phase ihrer Karriere einläuten. Der Start zur Erschließung eines neuen Publikums letztes Jahr beim Reeperbahn-Festival war eher nicht so gut verlaufen, die Clubtour zum dritten Album “Stardust” soll Lena jetzt als ernstzunehmende Künstlerin abseits der ESC- und ProSieben-Verwertungsketten etablieren.

Die gute Nachricht: Ihr Publikum ist ihr treu geblieben. In der Halle steht wieder diese merkwürdige Mischung aus sehr jungen Kindern mit Leuchtstäben und Eltern auf der einen und etwas Besorgnis erregenden, allein reisenden Männern über 40 auf der anderen Seite. Die schlechte Nachricht: Neue Zielgruppen hat Frau Meyer-Landrut zumindest im Ruhrgebiet nicht erschließen können.

Das könnte auch schwierig werden, denn die ersten Minuten des Konzerts bestätigen alle Klischees der affektierten, nervigen Göre, mit denen sich Lena seit zwei Jahren rumschlagen muss. “Ihr seid das schönste Publikum, das ich bis je gesehen habe — bis jetzt”, klingt bei Götz Alsmann irgendwie charmanter und augenzwinkernder und dieses bizarre Rollensprechen, das Lena sich irgendwo bei Sarah Kuttner, Nora Tschirner und Anke Engelke abgeschaut hat und in das sie immer wieder verfällt, sorgt selbst bei mir für Fremdscham-Gänsehaut.

Musikalisch gibt es wenig auszusetzen: Produzent Swen Meyer (Tomte, kettcar, Kilians) hat eine hochsolide Backing Band zusammengestellt, die in ihren besten Momenten mit Chorgesang und Glockenspiel tatsächlich an irgendwelche skandinavischen Indie-Bands erinnert, und Lenas Stimme ist über die Jahre dann doch ein bisschen intensiver und lauter geworden. Das ziemlich ruhige Liebeslied “To The Moon” ist als Opener (nach Edith Piafs “Non, Je Ne Regrette Rien” als Aufmarschmusik — nun ja) nicht unbedingt die nahe liegendste Wahl, nimmt das Publikum aber ganz gut in Empfang. Es wäre vielleicht zu viel des Guten gewesen, wenn Lena The-Killers-mäßig die Hits direkt am Anfang abgefackelt und zum Beispiel mit “Satellite” eröffnet hätte.

Ansonsten ist die Setlist schon deutliche Emanzipation: Lena spielt fast das gesamte “Stardust”-Album, dafür sehr wenig von den ersten beiden Alben — und keine einzige Stefan-Raab-Komposition. Bei “Day To Stay” darf die kleine Mandy aus dem Publikum auf die Bühne und den Refrain singen, was ganz fürchterlich hätte schief gehen können, aber tatsächlich für den ersten echten Überraschungsmoment des Abends sorgt. Sie macht das gar nicht schlecht und weil Lena ja die Strophen singen muss, hat sie keine Zeit, “The Voice Kids”-mäßig auszuflippen.

Aufgepimpt wird die Liedauswahl mit Coverversionen, mit denen sich Lena eigene Wünsche erfüllen will: “Je Veux” von Zaz hätte es nicht unbedingt gebraucht (aber da mag ich schon das Original nicht), “Lifening” von Snow Patrol inspiriert ein Teenager-Mädchen neben mir zu dem Kommentar: “Bis jetzt fand ich sie ja eigentlich ganz okay — aber ich bin Snow-Patrol-Fan!”, und “Rich Girl” von Hall & Oates hat Lena vermutlich bei The Bird & The Bee entdeckt. Die beste Idee ist es aber, den Zugabenblock mit “Baby, One More Time” zu eröffnen: Können die Kinder nix mit anfangen und die Erwachsenen rollen mit den Augen, aber Lena hat sichtlich Spaß.

So ein Pfeifen auf die Erwartungen würde ich mir auch vom Rest des Programms wünschen, aber der ist zu unentschlossen: Dass Lena die alten (also: jungen) Fans nicht verprellen will, ist verständlich, aber weil sie gleichzeitig ein neues, eher alternativeres Publikum ansprechen will, gerät das alles zu einem Spagat zwischen Kindergeburtstag und “normalem” Konzert, der nicht so recht gelingen will. Da ist Max Mutzke mit seiner Neuausrichtung zum Beispiel konsequenter gewesen.

Andererseits sollte Max Mutzke Lena auch Mut machen, was eine Karriere nach dem Song Contest und nach Stefan Raab angeht: Sie wird ihr Ding schon machen. Natürlich ist es erst mal ernüchternd, sich auf einem neuen Erfolgslevel einzupendeln, wenn man derart erfolgreich gestartet ist wie Lena. Aber, hey: Diesmal sind etliche Konzerte ausverkauft, sie hat eine gute Fanbasis, die sie vielleicht doch noch ausbauen kann. Im Laufe des Abends werden ihre Ansagen schon mal deutlich weniger anstrengend und verkrampft. Lena muss sich nicht wie Alexander Rybak als One-Trick-Pony dem ESC-Wanderzirkus anschließen. Noch nicht mal als Two-Trick-Pony: “Taken By A Stranger” gewinnt als Mash-Up mit dem Vorbild “Tainted Love” noch mal dazu und “Satellite” kommt in einem neuen, etwas jazzigeren Arrangement daher, aber aus dem Abend nehme ich vor allem einen unfassbaren “Stardust”-Ohrwurm mit.

Lena beendet den Abend nach etwas über anderthalb Stunden mit “Goosebumps”: “I know that we will meet again”, singt sie und das ist natürlich arg programmatisch gewählt, aber passt schon.

*) “Exklusiv” in dem Sinne: Es ist die einzige, die wir hier schreiben.

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55 Antworten zu “Lena — Die exklusive* Konzertbesprechung”

  1. Frank sagt:

    Off topic: diese Website ist Trojaner infiziert!
    On topic: Lukas ist anscheinend nicht (mehr) lenafiziert…

  2. j_easy sagt:

    Klingt wie die Rezension eines TVK Geschädigten. Auf Lenas Performance wird gar nicht eingegangen. Irgendwie empfinde ich die Kritik als unvollständig & ungerecht und auf Nichtigkeiten konzentriert.

    Das mit dem schönsten Publikum hatte Lena schon beim Saarbrücken Konzert drauf und es klang meistens ironisch.

    Es klingt auch nicht witzig, soll es wohl auch nicht … Das erste Mal, dass ich mit einem Artikel dieses Blogs nicht wirklich etwas anfangen kann.

    Gerade Du müsstest doch wissen, dass ein Hype nicht ewig dauern kann und auch ungesund wäre. Ich empfinde beim Lesen eine erloschene Sympathie für Lena und fehlendes Vertrauen in Ihren Werdegang.

    OK, vielleicht sollte es auch absichtlich sachlich bleiben. Ist ja kein Fan-, sondern nur ein ESC Blog.

  3. tisch sagt:

    Lukas: Entkrampfen! (Hilft manchmal…insbesondere dann, wenn man sich so sehr in der Indie-Ecke verrannt hat, dass man Musik nur noch technisch wahrnimmt…)

  4. SiriusCH sagt:

    Mir gehts ähnlich.
    Fands früher auch toll und so. Jetz gerade bei The Voice könnte ich kreischen…

  5. dilbert sagt:

    … etwas merkwürdig finde ich auch die unsägliche Schmähkritik von Herr Ihle als Vergleich heranzuziehen. Eine Kritik die entweder nur als überspitzte Satire zu verstehen ist oder ein Fall für eine Beleidigungsklage darstellt, nicht jedoch irgendeine fachliche Qualität enthält die sie für irgendjemand als relevant erscheinen lassen würde.

  6. Carsten Weber sagt:

    Schwer versehrter Herr Heinser,

    von den Moldy Peaches wissen wir: Indie Boys are neurotic. Aber wem sag ich das, Sie sind ja selber einer. Wäre es angesichts dieser Tatsache Frau Meyer-Landrut wirklich zu wünschen, neben Besorgnis erregenden allein reisenden alten Männern auch noch shoegazende Neurotiker (vulgo: “alternativeres Publikum”) im Publikum zu haben? Wäre das nicht mindestens eine Problemgruppe zu viel?

    Besorgte Grüße

  7. Lars sagt:

    Na Lukas, du besorgniserregender, allein reisender Überdreißigjähriger … LOL
    “Die ersten Minuten bestätigen alle Klischees” … Ach herrje. Damit kann ich nix anfangen. Augenzwinkernder, charmanter bei Alsmann? Na ja, mag sein – seltsamer Vergleich -nur was willst du da eigtl. sagen: Dass sie es ernst meint? Oder dass du doch allzu schmerzlich merkst, dass sie es nicht wirklich ernst meint? Überraschung …
    “So ein Pfeifen auf die Erwartungen würde ich mir auch vom Rest des Programms wünschen” – Nö, *deine* Erwartungen hätteste schon gern erfüllt, merkt man, also merk ich zumindest: Pustekuchen. 😛 Die Mischung von Coverversionen von Lindgren bis Snow Patrol ist doch insgesamt ein einziges Pfeifen auf Erwartungen, auch ein Pfeifen auf deine Erwartung der wahnsinnig ernst zu nehmenden alternativen coolen Langweiligkeit (Mal im Ernst und nebenbei: Was ist daran noch alternativ im ursprünglichen Wortsinn?) Lena ist an sich eine Mischung aus Normalität (sofern man davon bei ihr überhaupt sprechen kann) und Kindergeburtstag, dazu braucht sie gar keinen Spagat zu machen, das liegt bei ihr sehr nah zusammen. Und es ist schön, dass sie keinen Bock hat, das zu verstellen.
    Lenas Fans erscheinen mir von Anfang an nicht nur “jung” zu sein, sondern bilden schon “immer” (also seit 2010) einen recht breiten Altersquerschnitt. Das ist übrigens auch gut so.

  8. Meridian sagt:

    Liebe Leser, ich kann die Trojanerwarnung von Frank nur bestätigen, Vorsicht.
    Da sollte der Betreiber dieser Seite mal nachgucken.

  9. DJ Berti sagt:

    Sorry Lukas,

    wir beide waren anscheinend zur gleichen Zeit am gleichen Ort im Jovel in Münster auf völlig unterschiedlichen Konzerten.
    Ich für meinen Teil hatte ein wunderschönes Konzerterlebnis, welches ich mit Menschen aller Altersklassen gefeiert habe, die sehr glückselig nach Hause gegangen sind.

  10. Ms. Barbie sagt:

    Gute Kritik von Lukas!
    Lena wollte ihre street reputation ausbauen und das klappt leider so nicht.
    Die zu 99% ausverkaufte Clubtour spült zwar Geld in die Kassen, verfehlt aber mit der wirren Publikums- und Song-Mischung jeden künstlerischen Zweck. Lena versucht allen zu gefallen, den Kiddies, den passiven begleitenden Eltern, den mitreisenden Hardcorefans und dem Rest. Gerade der Rest an normalen Konzertbesuchern, die keinem Lena-Personenkult verfallen sind, sondern nur mal zu guter Musik abfeiern wollen, wird es durch die Mischung aber wirklich schwer gemacht.
    Wer zum Teufel verteilt eigentlich diese blöden Leuchtstäbe? Jetzt blenden nicht nur die bescheuerten Handys, sondern auch diese Dinger fast zwei Stunden lang. Verteilt lieber Bier und stellt die Videofilmer an den Rand, dann bekommt Lena die Clubatmosphäre, die sie wohl erhofft hat.
    Lena tanzt einfach auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig, das macht sie zwar immer noch besser als viele andere, verliert dabei aber ihren außerordentlichen Starappeal, der sie 2010 hoch gespült hat. Wo ist das “I did it my way” geblieben?
    Wer versucht es allen recht zu machen, kann auf Dauer nur verlieren und jede Chance auf Trendsetting verspielen. Lieb und nett ist nun mal die kleine Schwester von Scheiße und ein anderes öffentliches Image der Marke LENA mit einer Prise “ausgeflippt” gewürzt, ist leider nicht zu erkennen.
    Wenn das die “neue” Lena ist, dann sollte die nächste Tour bitte wieder in bestuhlten Hallen mit vielen Luftballons stattfinden, das passt dann besser.

  11. labär sagt:

    Ich denke der Beitrag hätte besser in deinen eigenen Blog gepasst als hier hin. Bür den bakublog ist das zu wenig entspannt und leider auch nicht lustig.

  12. Niemand sagt:

    @Ms. Barbie

    Selten so ein Mist gelesen.

    Oder ist es Ironie?

  13. hans sagt:

    @Ms.Barbie
    Der Kommentar ist einfach nur Fachkopfdumm..nicht mehr und nicht weniger.

  14. Lukas sagt:

    @hans: Ich nehme die ganze Enttäuschung und die ganzen Erklärungen, warum ich das Konzert hätte toll finden müssen, hier ja freundlich lächelnd zur Kenntnis. Diverse Passagen in den Kommentaren deuten eh darauf hin, dass keiner meinen Text gelesen hat.

    Aber wenn Ihr jetzt anfangt, hier andere Kommentatoren zu beleidigen, weil die eine andere Meinung haben als Ihr, dann ist hier ganz schnell Schluss mit lustig!

    Und, noch mal zur Erklärung: Dies ist ein ESC-Blog, kein Lena-Fan-Blog.

    (Und ich soll mich “entkrampfen”?)

  15. den hartog ultras sagt:

    überall Trojaner!

  16. libertin sagt:

    Mir kommt es so vor als ob Niggemeier und Heinser den Eindruck hatten, es würde von Ihnen eine Kritik der Tour erwartet. Sie haben dann Streichhölzchen gezogen oder Schnick, Schnack, Schnuck gespielt und Lukas hat dabei verloren. Eigentlich hatte er ja keine Lust, aber er hat dann doch ein bisschen konstruiert und gebastelt und aus der Erinnerung gekramt und das Ganze mit Eindrücken aus Dortmund vermischt.
    Ms. Barbie meint dann das sei eine gute Kritik. Nun, ja – vielleicht weil sie mit ihm auf einer Linie lag.
    Beide gehen 1. davon aus, dass Lena eine Strategie verfolgt: nach Lukas ist das“ neue Zielgruppen“ bei Ms. Barbie „street reputation“ zu gewinnen. Nur: das ist Eure Unterstellung, für die sich in den vielen Interviews einer Lena, die schon mal das Herz auf der Zunge trägt, nirgends ein Beleg finden lässt. Der bloße Umstand, dass sie jetzt in kleineren „locations“ auftritt, reicht als Nachweis nicht aus. Es geht ihr um weniger Show, in ihren Worten „erdiger“ zu werden, echte Instrumente einzusetzen und um größerer Nähe zum Publikum zu haben. Nicht mehr und nicht weniger. Ob man mit so einer Tour viel Geld verdienen kann, entzieht sich meiner Kenntnis.
    2. Unterstellen sie – vor allem Ms. Barbie – Lena passt sich an, macht nicht „ihr Ding“, sondern will es alles Recht machen. Was aber, wenn das, was sie macht zumindest zurzeit genau ihr Ding ist?
    Es ist dann allerdings ist es nicht Euer Ding. Es gefällt Euch nicht. Das ist Euer gutes Recht, aber muss man das mit solchen Unterstellungen „aufpimpen“?

  17. Lukas sagt:

    @libertin: Natürlich ist das mein Eindruck, aber der Auftritt beim Reeperbahnfestival legt für mich zumindest den Schluss nahe, dass sich Lena schon einem Publikum präsentieren wollte, das eher nicht aus ESC- oder Castingshow-Fans besteht. Und musikalisch geht das ja alles in eine neue und durchaus auch spannende Richtung.

    Und wir haben nicht gelost, ich fand es nur spannend, so einen Ex-ESC-Act (wie damals auch A Friend In London) mal in normaler Konzertatmosphäre zu erleben. Ich hab mich durchaus auf das Konzert gefreut, war aber ehrlich schockiert von diesen affektierten Ansagen, gerade zu Beginn. Es wurde (wie ich schreibe) besser, aber ich hatte hinterher nicht das Gefühl, ein Konzert gesehen zu haben, das für Menschen außerhalb des Lena-Kosmos interessant sein könnte. (Für Hardcore-ESC-Fans übrigens auch nicht, dafür wurden die beiden Songs nicht genug ausgewalzt, aber das muss ja auch nicht.)

  18. Rolwin sagt:

    @Lukas 12:29 “Dies ist ein ESC-Blog, und kein Lena-Fan-Block”.

    Nimmt Lena dieses Jahr wieder am ESC teil? Ich glaube nicht.

    OK, ich nehme zur Kenntnis, dass Lena-Nahe-Menschen (Fans) diesen Blockeintrag bitte nicht kommentieren sollen.

    Ich hätte eine Menge hierzu schreiben können, weil ich eben nicht, so wie Sie ein Idealzuschauer bin, den Lena nach Ihrer Meinung dringend benötigt.

    Tschüß….

  19. libertin sagt:

    Nun ich zähle mich nicht zum engeren Lena-Kosmos, bin eigentlich primär Klassikhörer, kann aber eine mir zum Teil unerklärliche Faszination für die Dame Lena Meyer-Landrut nicht leugnen.

    Im Unterschied zu Dir empfand ich jedoch – zumal im Vergleich zur LLT – die Kommunikation mit dem Publikum relativ souverän und für sie stimmig. Das magst du anders empfunden haben. Rechtfertigt das aber die abgelutschte Phrase, sie hätte sich das „irgendwo bei Sarah Kuttner, Nora Tschirner und Anke Engelke abgeschaut“? Barbara Schöneberger hat ja ähnliches gesagt, allerdings derart, dass sie gesagt hat, es erinnere sie an … – ein großer Unterschied.

    Was die Strategie anbetrifft, habe ich den Eindruck, dass Du den Auftritt beim Reeperbahnfestival zu hoch hängst. Soweit ich das in Erinnerung habe, war das ein ursprünglich nicht geplanter Abstecher und steht nicht für das ganze Unternehmen der Tour.
    Im Unterschied zu Dir hatte ich einen überaus erfreulichen Abend.

  20. Lukas sagt:

    Ich weiß nicht, wie hier manche Leute auf die Idee kommen, ich wolle irgendwelche “Idealzuschauer” beschreiben, die noch dazu ich sein könnten.

    Wenn es Ihnen gefallen hat, freut mich das für Sie und für Lena.

    (Und wenn wir noch mal die Gelegenheit haben sollten, ein Konzert von Udo Jürgens, Mary Roos oder Jedward zu besuchen, besteht die Gefahr, dass wir auch das noch mal hier besprechen. Völlig Zielgruppenunabhängig, völlig subjektiv, einfach nur, weil’s zum Thema passt.)

  21. Lars sagt:

    Was ist denn der Lena-Kosmos? Ich finde die Idee absurd, Lenas bisherige Fans seien vor allem “ESC- und Castingshow-Fans” und das anzustrebende Publikum, das seien “alternative” Twenty-/Thirtysomethings. Dabei sind realiter ESC-Anhänger unter Lena-Fans doch eher eine Minderheit, Castingshowfans im allgemeinen findet man noch weniger und der musikal. Hintergrund der Fans ist weit gestreut. Es war nur glückl. Zufall, dass man Lena bei USFO und ESC gefunden hat, that’s all. Eigentlich bist doch du der ESC-Fan, der den Spagat mehr oder minder gut hinbekommt, glz. immer noch Indieboy zu sein. Dennoch sind das für dich offenbar zwei differente Welten und Lena solle doch nun mal endlich von der einen in die andere wechseln. Dabei ist das überhaupt nicht notwendig, wenn man nicht in Schubladen denkt – Schubladen wie “Ex-ESC-Act”. In solche Kategorien will doch keiner rein und muss auch keiner. Lena hat beim ESC mitgemacht. Punkt. Wie Musiker/Sänger in Konzerten agieren ist doch interessant aus sich heraus. Und bei Konzerten sollte das Interessante die MUSIK sein. Nicht Publikum oder Zwischenansagen.

  22. libertin sagt:

    Kleiner Nachtrag: Normalerweise reagiere ich überhaupt nicht auf Artikel zu Lena, weil sie meist das Papier oder den Speicherplatz nicht wert sind.
    Ich finde aber euren Blog gegen schlechten Journalismus sehr sympathisch. Mit Deinem Beitrag hast du Dir aber keinen Gefallen getan. Es geht – zumindest nicht für mich – um Kritik an Lena, die ist völlig legitim, sondern um die Art und Weise wie Du Deinen Artikel verfasst hast.
    Von daher bist Du an den Reaktionen hier nicht ganz unschuldig.

  23. Carsten Weber sagt:

    Lukas schreibt: >Ich weiß nicht, wie hier manche Leute auf die Idee kommen, ich wolle irgendwelche “Idealzuschauer” beschreiben, die noch dazu ich sein könnten.<

    Nun, man nennt das Ausschlussverfahren. Zunächst mal sind da merkwürdige Leute: Kinder und Familien einerseits und alte Säcke andererseits (besorgniserregend, was wollen die da?), die sind uncool. Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch: will nicht Lena selbst "alternativeres Publikum" haben? Die rhetorische Frage ist von mir, Lukas Heinser behauptet es einfach, eine entsprechende Äußerung von Lena ist nicht überliefert. Macht nichts, kann man ja mal schreiben. Ich gebe zu, für wie "alternativ" Lukas Heinser sich selbst hält, ist mir nicht bekannt, aber dass er damit zumindest seinesgleichen meint – das glaube ich, das kann ich mal so schreiben.

  24. Lukas sagt:

    Worterklärung: Die Bezeichnung “merkwürdige Mischung” (“Mischung”, nicht “Leute”) ist als eine nicht-wertende Beschreibung eines Publikums gedacht, das sich auf der einen Seite aus Kindern plus Eltern und auf der anderen Seite aus mittelalten Männern zusammensetzt — eine Mischung, die man glaube ich sonst nicht so häufig findet.

    Die sollen da alle hingehen und ihren Spaß haben (und es ist auch schön, dass Lena ohne Vorgruppe um kurz nach Acht anfängt und nicht Stunden später, wie Justin Bieber) und wenn Lena ihren Spaß daran hat, dass es den Kindern gefällt (ich denke, das merkt man schon), dann ist das auch super für alle Beteiligten. Nur für mich halt nicht so sehr und, wie ich annehme und mehrfach beschreibe, für “normale” Konzertbesucher (im Sinne von: Musikinteressierte Menschen zwischen 15 und 65, die regelmäßig auf Konzerte gehen und damit die Zielgruppe einer Musikzeitschrift abbilden) vielleicht auch nicht so.

    Da kann ich mich aber auch irren, vielleicht rennen die Lena in Hamburg und Berlin auch die Bude ein — da musste ja auch die Hallengröße aufgestockt werden, während das FZW eben nicht ausverkauft war.

    Und ich persönlich werde in meinem Blog mal für einen angeblich elitären, mal für einen angeblich mainstreamigen Musikgeschmack gescholten, halte mich aber eigentlich nicht für sonderlich alternativ.

  25. Carsten Weber sagt:

    Lukas schreibt: >Da kann ich mich aber auch irren<

    Ja. Das freiwillige Einräumen dieser Möglichkeit ist immerhin sympathisch.

  26. Ms. Barbie sagt:

    Wow, hier geht’s ja ab.
    Selbst recht wohlwollende Kritik zerstört ja anscheinend manche Weltbilder.

    Aber lest selbst (google sei dank sofort wiedergefunden):

    “Bewusst arbeitet sie an ihrer Street Credibility, …”
    http://www.haz.de/Nachrichten/.....er-Landrut

    “Weil sie jetzt auf der Bühne jemand anderes ist, ein Lena-Produkt. Dieses Produkt ist authentisch, weil sie es dieses Mal mit entworfen hat”
    http://www.fr-online.de/musik/.....42918.html

    Für mich sieht street cred aber ganz anders aus und ein Club Konzert erst recht. Das aktuell entstehende Lena-Produkt ist mir zu angepasst. Ich bezweifle ob MMW heute noch von “Wenn du ganz du selbst bist, …, dann werden dich die Menschen lieben” sprechen würde.
    Abwarten, ob sich da noch was ändert.

    Die noccu Tour sollte unter dem Motto “Spass für jedermann mit einer amüsanten Lena” stehen und am Nachmittag laufen, das würde dann zu 100% stimmen.

  27. Thorsten sagt:

    Zitat von Ms. Barbie:

    “Aber lest selbst (google sei dank sofort wiedergefunden):

    “Bewusst arbeitet sie an ihrer Street Credibility, …”
    http://www.haz.de/Nachrichten/…..er-Landrut

    “Weil sie jetzt auf der Bühne jemand anderes ist, ein Lena-Produkt. Dieses Produkt ist authentisch, weil sie es dieses Mal mit entworfen hat”
    http://www.fr-online.de/musik/…..42918.html”

    Das sind aber alles Interpretationen von Journalisten und stammen nicht von Lena direkt. Und wie wir ja auch hier sehen, können Journalisten öfter mal einen gewaltigen Bockmist zusammenschreiben…

  28. Rolwin sagt:

    Sorry, wenn sie sich selber zitieren, dann bitte vollständig.

    Sie sprechen in Ihrem Artikel von einer “Besorgnis erregenden” Mischung.

    Ich war auf dem Konzert. Die Mischung bestand aus ca. 20% Kindern, 20% älteren Menschen und 60% in Ihren Augen “Normale Zuschauer”.
    Was bitte ist daran Besorgnis erregend? Kinder kann man nicht ernst nehmen und ältere Zuschauer gehören auf ein Heino-Konzert?

    Wie man unschwer erkennen kann, gehöre ich zu den Älteren.
    In grauer Vorzeit war ich ein begeisterter Melanie Safka Hörer. Ich mochte ihre etwas schräge Art Musik zu machen. Lena ist für mich die Fortsetzung dessen.
    Die Frage lautet dann immer noch, für wen ist meine Teilnahme am Konzert Besorgnis erregend? Für Sie, für Lena oder für mich?

    Möchte mich bei Ihnen entschuldigen, wenn ich durch meine Anwesenheit Ihr Konzerterlebnis getrübt habe. Aber es kann wieder vorkommen, ich sage aber vorher Bescheid :)

  29. Lukas sagt:

    Sorry, wenn sie sich selber zitieren, dann bitte vollständig.

    Sie sprechen in Ihrem Artikel von einer “Besorgnis erregenden” Mischung.

    Nö. Bitte, hier noch mal als vollständiges Zitat:

    In der Halle steht wieder diese merkwürdige Mischung aus sehr jungen Kindern mit Leuchtstäben und Eltern auf der einen und etwas Besorgnis erregenden, allein reisenden Männern über 40 auf der anderen Seite.

  30. Rolwin sagt:

    Das ist jetzt aber Haarspalterei.

    Die Besorgnis erregenden, allein reisenden Männer beziehen sich ja auf die merkwürdige Mischung und ich denke, das ist auch so gewollt. Ansonsten bitte ich um eine konkrete Aussage, was mit “Besorgnis erregend” gemeint ist.

  31. Frank sagt:

    @Lukas:

    schade, dass Du nicht in der Großen Freiheit 36 warst. Dort war die Publikumsmischung definitiv eine andere (weniger Eltern mit kleinen Kindern und viele Junge Erwachsene und Mittzwanziger).

    Und die Stimmenverstellerei schon nach dem dritten? (man mag mich korrigieren) Song vorbei. Die fand’ ich übrigens auch recht unnnötig und aus der Zeit gefallen.

    Wärt Ihr dort gewesen anstatt in Dortmund, wäre die Rezension vermutlich deutlich anders ausgefallen. Irgendwie scheint schon der Einstieg in die Besprechung mehr oder weniger bewusst leicht negativ gefärbt und Worte wie “aufgepimpt” machen’s nicht besser. Und das Ende ist zwar versöhnlich aber bei weitem nicht vesöhnlich genug und wird (aus meiner Sicht) guten Konzert aus meiner Sicht nicht gerecht. Das mag die Reaktionen hier erklären…

  32. Michael sagt:

    Bin schon über 60 und war gemeinsam mit meiner Frau da. Von daher nicht Besorgnis erregend ??
    Also, lieber Herr Heinser, das war schon ein Lapsus. Ansonsten finde ich Ihren Beitrag sehr ehrlich und durchaus positiv. Ehrlich, weil Sie die Probleme und das was Ihnen nicht gef#ällt, offen ansprechen. Und positiv weil ich viel Lob für Lenas Stimme und die Musik entdecke, ebenso wie für die Setlist. Ich entdecke Zuspruch für neue und eigene Wege und vor allem viel Zuversicht in Lenas Entwicklung. Passt schon, würde ich sagen.
    Ach ja, meiner Frau und mir hat das Konzert – in Münster – sehr sehr gut gefallen. Es war das Konzert einer 21-jährigen, das von ihren Gefühlen handelte. Freude, Liebe, Sehnsucht und Hoffnung. So wie es eine junge Frau ihres Alters empfindet. Und wenn sie älter wird, wird sie von anderen Themen singen und auch anders vortragen. Passt schon.

  33. Z. sagt:

    Hier gibt es ja eine erstaunliche heftige Debatte zu einer Besprechung, die ich allerdings noch nicht einmal verstanden habe. Ich versuche einmal, Lukas, Deine Positionen zusammenzufassen:

    1. “Musikalisch gibt es wenig auszusetzen”. Das eine oder andere der Cover stößt jedoch hier oder da auf Ablehnung.

    2. Das Konzert ist “zu unentschlossen” Konzert und versucht zugleich, Kindergeburtstag zu sein, um sich Erwartungen der jüngeren Zuhörer anzupassen.

    3. Deswegen und weil Lena Ansagen macht, die als affektiert aufgefaßt werden, könnte es schwierig werden, “neue Zielgruppen” zu erschließen. Es besteht gleichwohl Hoffnung dafür, da die Ansagen im Verlauf des Abends besser werden.

    Mein Verständnisproblem betriftt den Punkt 2: Inwiefern ist das Konzert denn zu sehr Kindergeburtstag? Weil “die kleine Mandy aus dem Publikum auf die Bühne” darf und “für den ersten echten Überraschungsmoment des Abends sorgt”? Ich finde sonst keinen Hinweis im Text. Die “affektierten” Ansagen können ja hier wohl schlecht gemeint sein. Und auch nicht, daß Lena mit den diversen Covern sich oder dem Kind in sich ein paar Wünsche erfüllen will, denn dies hat ja keinen Bezug zur “Zielgruppe”. Was also bitte meinst Du?

    Am Rande: Leute, die zu wandern beginnen, sind oft jenseits der 30. Ein auffallender Teil von Lenas Anhängern ist männlich und jenseits der 40. Und? Die Empfänglichkeit der Seele wandelt sich eben mit dem Alter. Und ein wesentlicher Teil von Lenas Wirkung geht von dem hohen Maß an unverstellter Emotionalität aus, die sie (neben den situativen Übersteigerungen) nach wie vor ausstrahlt.

  34. Carsten Weber sagt:

    Aber was ist denn nun eigentlich so besorgniserregend an den allein anreisenden Konzertbesuchern über 40?

    Was übrigens die genannte Musikzeitschriften-Zielgruppe betrifft, mag die vielleicht eine dankbare Kundschaft für Konzertveranstalter im allgemeinen sein, keinesfalls aber für bestimmte Acts. Im Gegenteil zeigt sich in den einschlägigen Foren ein eitler Musikkonsum-Donjuanismus, der dem angeblich genialen Songwriter von gestern schon vormittags wieder mit gelangweilter Geste die kalte Schulter zuwendet, um abends dem allerneuesten letzten Schrei zu huldigen – aber nur bis morgen früh. In dieser Hinsicht besteht kaum ein Unterschied zur sprichwörtlichen Zahnspangenträgerin der frühen Neunziger, die den Dreisprung Take That – Caught in the Act – Kelly Family genauso souverän beherrschte wie der Musikhipster von heute ebenso routiniert wie spurlos Kate Nash, La Roux und Marina Diamandis absolviert.

  35. tisch sagt:

    @Lukas: Verkrampft? Ja, leider.

    Mein erster Gedanke zur Review war: Was soll das hier? Warum richtet sie sich an den ESC-affinen oder -beobachtenden Bakublog-Leser? Das Bakublog und seine Vorgänger stehen zwar für kritische Kommentare zum ESC, aber auch für Originalität und Leichtigkeit, die zum Schmunzeln anregen. Aber kaum für einen größtenteils humorlosen Konzertbericht eines Indie-Liebhabers, der seiner Leserschaft erst einmal den Unterschied zwischen „guten Bands“ (kettcar etc. – befinden die sich nicht gerade in der Auflösung?) und „schlechten Bands“ (Silly etc. – Igitt!) erklären muss.

    Dein eigenes Blog wäre doch ein wesentlich passenderer Ort für diese Review gewesen. So fragt man sich zwangsläufig, warum sie nicht dort stattfindet. Schadet das Deiner „Credibility“? (Obwohl, wenn es sogar Cro zu einem dortigem Eintrag schafft…) Oder steht sie im Bakublog, weil Du nur hier sicher sein kannst, dass sie von Lena und ihrem Management gelesen wird?

    Aber hast Du es wirklich nötig, hier den „großen Bruder“ mit den wohlwollenden Ratschlägen zu geben? Und ausgerechnet auf die bornierteste Kritik zum Lena-Auftritt auf dem Reeperbahn-Festival zu verlinken? Und – noch merkwürdiger – das dahinsiechende Fernsehblog, in dem Peer Schader sein Nischendasein fristet, nachdem ihm sein Feuerstein-Andrack-Pocher-Sidekick Niggi abhanden gekommen ist und die FAZ endgültig den Stecker gezogen hat, mit Klickzahlen zu beglücken?

    Jedenfalls ist von der Leichtigkeit eines die estnische Fahne schwenkenden und durchs Pressezentrum hüpfenden Eurovisions-Bloggers nicht allzu viel zu spüren. Hoffentlich ändert sich das noch bei den vom NDR bezahlten Tweets zum diesjährigen ESC. Da war der Start beim deutschen Vorentscheid durchaus ausbaufähig…

    In diesem Sinne wünsche ich – nicht zuletzt in eigenem Interesse – noch einmal eine gelungene Entkrampfung!

  36. Koko sagt:

    Hallo liebe Mit-Leser,
    auch ich habe gerade ein bisschen zu viel Zeit und dachte, ich schreibe auch mal was unter diesen Blogeintrag.
    Erst wollte ich auch ein wenig rummosern, so tun, als wüsste ich genau, was der Autor so für einer ist, ihm dann einige absurde Dinge unterstellen und ihn anschließend mit ein paar Fremdwörtern, auf deren Kenntnis ich stolz bin, beleidigen. Und ihn darüber aufklären, über welche Dinge er in seinen Blogs zu berichten hat. Und dann natürlich hoffen, dass er reagiert (und nicht bloß irgendein anderer Kommentator).
    Aber irgendwie.. naja, hab ich dann doch gelassen. Ist irgendwie nicht so mein Stil.

  37. Max sagt:

    Es scheint für einige “Kritiker” und “Konzertbesprecher” langsam zum Trauma zu werden, dass man Lena auch nach 3 Jahren immer noch nicht in eine Standard-Schublade drücken kann. Diese Hilflosigkeit zeigt sich seit 2010.
    Ein gutes Zeichen, denn die, die sich in Schubladen drücken lassen, verschwinden meist darin.

  38. Carsten Weber sagt:

    Hallo lieber Koko,
    na da gratulier ich aber! Leider ist Ihnen Ihr Vorsatz nicht ganz gelungen, denn die eine oder andere Unterstellung, was die Motive Ihrer geschätzten Mit-Leser betrifft, ist Ihnen dann leider doch noch durchgerutscht. Macht aber nichts, verzeih ich Ihnen gerne, weil S doch so ein braver Gustl san. 😉

  39. nestbeschmutzer sagt:

    Na, da fühlten sich wohl einige der Besorgnis erregenden älteren Herren persönlich beleidigt. Also sowas macht man auch nicht, Lukas, du schlimmer Finger. *kicher* Mach dir nix draus. Dauert nicht mehr Lange dann gehörst du auch zu denen.

  40. Rolwin sagt:

    Sorry, ich habe in meinem Post “16. April 2013 um 15:49″ etwas über reagiert.

    Viele Jugendliche können sich tatsächlich nicht vorstellen selber im Alter ein Pop-Konzert zu besuchen. Das kann man ihnen noch nicht einmal vorwerfen, da das persönliche Umfeld oftmals so ist. Zwar nicht mehr so krass wie in meiner Jugendzeit, da die 68er, in dieser Hinsicht, heute mehr Selbstbewusstsein zeigen…..

  41. Braudel sagt:

    @ Lukas,
    man mag durchaus in einigen Punkten nicht deiner Meinung sein, allerdings ist zu akzeptieren, dass es nicht die Aufgabe eines Journalisten ist Elogen zu verfassen.
    Die seltsam massierte Empörung ist wohl hauptsächlich der Formulierung “etwas Besorgnis erregenden, allein reisenden Männern über 40″ zu danken, da hier etwas von “dirty old man” mitschwingt. Spätestens seit den 60ern gibt es allerdings keine standardisierte musikalische Sozialisation der verschiedenen Altersgruppen und wohl nicht alle der Kohorte “über 40″ können sich für Konzerte von Helene Fischer, Unheilig und Pur oder Grönemeyer, Die Toten Hosen, Nena und Lindenberg erwärmen die aus dem Blickwinkel der Kohorte “unter 40″ vielleicht eher als altersadäquat erscheinen.

  42. Z. sagt:

    Ich habe Max Mutzke vergessen. Ich habe nicht verstanden, wieso Du Max Mutzke anführst: Wie hat er seine Konzerte konsequenter als Lena neu ausgerichtet, so daß sie weniger Kindergeburtstag sind? Oder geht es darum, daß er nach diversen Soulalben nun einmal Jazz gemacht hat? Mit anderen Worten: Verbirgt sich hinter der Konzertkritik eine Unzufriedenheit mit dem Stardustalbum? Dann fände ich interessant, was Dich da unzufrieden macht. Ich selbst, so glücklich ich über das Album bin, hoffe natürlich auch auf eine Weiterentwicklung, bin aber auch sehr zuversichtlich.

  43. Ms. Barbie sagt:

    Lena hat im Vorfeld mit Aussagen zur Tour “Voll Bock! Endlich Gesichter sehen und keine Monitore. Schweiß! Bier! Voll Bock!” Erwartungen geweckt.
    “Es werde kleiner, gemütlicher und akustischer” “in intimer Club-Atmosphäre”.
    Die Setliste war eine merkwürdige Mischung, Shuffle Knopf beim Player gedrückt und fertig.
    Hall&oates, snow patrol, astrid lindgren und zaz statt z.B. i’m black findet Lena anscheinend toll, ich nicht.

    Lenas Statements zur Clubtour versprachen etwas anderes als die Lilalaune-Party für Groß und Klein.
    Das Stardust Album verhieß ein wenig mehr als ein kunterbuntes Mixtape.

    Vergleicht das mal mit einer Kunstausstellung, die die späten Werke eines Picassos ankündigt, bei der Eröfnung aber mit einigen Kandinskys “überrascht” und gleichzeitig durch einen Schulklassenbesuch nervt. Der Kunstaussteller würde zu Recht verrissen.

    Als Entertainerin zum Bespaßen für Jung und Alt und Groß und Klein bekommt Lena die Bestwertung, als Künstlerin nur ein hilfloses Stirnrunzeln und ein “Quo vadis, Lena”.

  44. dilbert sagt:

    @Ms.Barbie
    Irgendwie scheint da jemand nicht lesen zu wollen.
    Die aussagen verstehen sich doch wohl eindeutig zur grösse und zum publikumskontakt in keinerem konzertrahmen. Mit keinem wort wird da etwas zur musikauswahl gesagt, ausser zum rahmen und instrumentierung.

    Die musikzusammenstellung ist sicher diskutabel, aber auch hochgradig subjektiv.
    Interessanterweise ist bis auf die beteiligung an ‘I Like You Kiss’ kein einziger der Raab-schen songs dabei, und I Like Your Kiss wollte ich schon immer mal live hören. Man kann es halt nicht jedem recht machen.
    Übrigens funktionieren grade Hall&Oats und Britney hervorragend mit dem mittelalten publikum, wie ich gestern in Köln wieder hervorragend beobachten konnte. Auch ein paar französische fans sind da beobachtet worden wie sie von ihrem Zaz cover erst überrascht und anschliessend mitgerissen wurden.

    I’m Black wurde übrigens dem risikomanagement zwecks stimmschonung geopfert. Darauf bei einem Meet&Greet von einem jungen fan angesprochen versprach Lena besserung (ist wohl sogar in einem interview der Westfählischen Nachrichten zu hören). Es wird wohl bei den festivalauftriten im sommer dazukommen, für die tour war es leider schon zu spät das noch zu ändern.

  45. dilbert sagt:

    P.S. Ms.Barbie
    … und die schulklassenmetapher ist ein klassisches eigentor. Bricht da doch etwas schnöselhaftes, elitäres durch.
    Lena ist bekennend kinderlieb (und hundelieb), das war sie schon immer wenn man mal aufmerksam älteres material durchsieht.
    Jetzt zu erwarten das sie ü16(18) sticker an die tickets heftet weil sich ein ‘älterer herr’ von kindern im konzert belästigt fühlt ist doch etwas zu viel erwartet 😉

  46. Z. sagt:

    Miss Barbie,

    ich habe mein Konzert noch vor mir und kann also selbst keine Konzertkritik üben. Mein Eindruck von der Setlist und den Videos her, die ich gesehen habe, ist auch kritisch, was die Coversongs angeht: Lena singt Zaz gut, aber ich habe Zaz live erlebt und weiß nicht, warum es Lenas Interpretation bedarf, was sie Neues bringt; bei Rich Girl gefällt mir die Studioversion von The Bird and the Bee besser; bei … Baby One More Time habe ich mich köstlich amüsiert, weil ich Lenas (Stuttgarter) Interpretation als Selbstironie aufgefaßt habe, allerdings vor dem Hintergrund des Wissens um ihre alte Liebe zu Britney, so daß ich mich frage, ob der Witz nicht ein bißchen ein Insider ist. Nur Lille Katt hatte ich eigentlich erwartet. Und ich frage mich auch, ob es nicht schade ist, daß viele der Stardusttitel am Anfang hintereinanderweggespielt werden und im Rest des Programms dann entsprechend dünn dosiert sind.

    Allein: wenn auch dies alles kritisierbar und außerdem nichts für ein alternatives Publikum sein mag (das aber nach Lukas’ Bericht ja auch nicht da war), so hat es doch noch lange nichts mit einer anderen “Zielgruppe” zu tun. Eher dürfte es darum gegangen sein, einen gewissen zeitlichen Rahmen zu füllen. Das Problem sollte sich dann bis zur nächsten Tour erledigt haben.

  47. Z. sagt:

    Dilbert,

    hoffen wir mal, daß I’m Black dazu kommt. Lena ist auch gut im Vertrösten – Stichwort: Akustiktour.

  48. Axel1954 sagt:

    Scheisse, und ich 58 Jahre alter Sack konnte nicht zum Konzert weil ich im Spital liege………

  49. Braudel sagt:

    Z,
    ich vermute, dass Lena mit der Auswahl der Coverlieder – wie von dir bei Britney klar erkannt – den ursprünglichen Interpreten /Verfassern eine Reverenz erweisen wollte, was aber nicht kommuniziert und deshalb nicht ganz verstanden wurde. Also noch ein Insider-Ding. Auch das Abspielen von Je ne regrette rien wurde von einigen Journalisten ja als anmaßende überhebliche Geste gedeutet, während es wohl schlicht Ausdruck einer schon lange bestehenden Wertschätzung für die Künstlerin Edith Piaf ist, die sich ja auch in einem Fußtatoo manifestiert. Wer weiß, vieleicht rezitiert sie demnächst bei einem Konzert eine Passage aus einer Novelle von George Sand von der sie sich auch ein Zitat für ihre Haut borgte … aber natürlich erst in Anschluß an Covers von Dendemann und Kakkmaddafakka ……

  50. Sofareporter sagt:

    Ich habe am Sonntag den Livestream von Lenas Abschlußkonzert in Offenbach verfolgt. In weiten Teilen wurde ich gut unterhalten.
    Dennoch bin ich mir, je größer der Abstand zum Sieg von Oslo wird, nicht mehr so ganz sicher, ob singen, vor allem live !!! singen auf Dauer die richtige Profession für Frau Meyer-Landrut ist. Da werden schon sehr viele Töne versemmelt, was sehr unschön beim Zuschauer ist. Das neuste Studioalbum finde ich klasse, aber Lenas Live Gesang lässt schon einiges zu wünschen übrig.
    Lukas hat in meinen Augen mit der richtigen Distanz eine faire und wohlwollende Kritik geschrieben. Und warum sollte das nicht hier in den Blog passen?
    Man muss auch mal aus der ESC-Blase heraussteigen. Die meisten Verfasser der Kommentare sollten sich mal entkrampfen.

  51. Z. sagt:

    Vielleicht vermittelt der Livestream nicht das richtige Liveerlebnis.

  52. Z. sagt:

    Was nicht heißt, daß es nicht besser geht! Lena bei zdf@bauhaus: http://www.zdf.de/ZDFmediathek.....uhaus-Lena

  53. Paula sagt:

    Wie sieht es denn bei Euch dieses Jahr mit einer Berichterstattung vom Grand Prix aus? Dürfen wir uns freuen?

  54. Lukas sagt:

    Ich bin wieder für den NDR vor Ort, werde unter @eurovisionde twittern und mein kleines Videotagebuch Bloggenhagen befüllen.

    Stefan verfolgt den ESC von zuhause aus und wird vermutlich auch twittern.

  55. Ladypique sagt:

    AufWIENdersehn, Lukas! Toller Job dein Bloggenhagen! Bitte nächstes Jahr unbedingt mehr davon!

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